Wie blinde Menschen träumen

  • Autor: Satyam Kashyap
  • Kategorien: Allgemeines
  • veröffentlicht: 12/09/2018

Täglich träumen wir von den verrücktesten Begegnungen und Situationen. Einige von uns können sich besser an die Träume erinnern als andere. Manche erinnern sich nur an die Personen die im Traum „mitgespielt“ haben. Doch wie sieht ein Traum von einem blinden Menschen aus?

 

Um überhaupt träumen zu können, muss man erstmal schlafen gehen. Wenn es dunkler wird, dann werden wir müde. Doch wie sieht das bei Personen aus, die nichts sehen können? Sie nehmen durch andere Umwelteindrücke wahr, welche Tageszeit gerade ansteht. Beispielsweise das Zwitschern der Vögel am frühen Morgen. Am Abend wird alles ruhiger, der Duft und die Temperatur verändert sich.

 

Je nachdem ob die Person bereits blind geboren wurde oder im Laufe des Lebens erblindet ist, gestalten sich die Träume unterschiedlich. Menschen die blind auf die Welt gekommen sind Träumen ohne Bilder. Wie im wahren Leben stehen die anderen Sinne, wie der Geruchs- oder der Gehörsinn, im Vordergrund. Personen, dessen Blindheit erst später eingesetzt ist, träumen in Bildern, auch wenn der Verlust der Sehkraft schon länger her ist. Je nachdem wie lange der Verlust zurück liegt, ist das Bild ein farbenfrohes oder ein schwarz-weißes.

 

Wir erinnern uns meist an einige Bilderfetzen aus unseren Träumen. Denk mal an deinen letzten Traum – Kannst du dich erinnern wie die Person gesprochen oder gerochen hat? Diese Sinne stehen bei uns im Hintergrund, da wir über das Auge am Meisten wahrnehmen.

 

Es wurde festgestellt, dass blinde Menschen sich mit ihren funktionierenden Sinnen ein eigenes Bild von Gegenständen basteln. Dies bedeutet, dass sie sehr wohl Farben und Kontraste wahrnehmen, nur können sie diese meist nicht beschreiben.

 

Der Inhalt bzw. die Themen der Träume unterscheiden sich nicht von unserem Träumen. Bestimmte Begegnungen, Abenteuer oder sinnlose und unzusammenhängende Ereignisse beschäftigen alle von uns in der Nacht. Jedoch wurde festgestellt, dass blinde Personen von Alpträumen geplagt werden. Das lässt sich dadurch erklären, dass der Alltag einer blinden Person viele Hindernisse mit sich bringt. Für uns ist der Weg in die Arbeit jeden Tag gleich, wir schlängeln uns durch die Menschenmassen und laufen zur einfahrenden U-Bahn. Für blinde Personen kann der Weg in die Arbeit durch den vollen Bahnhof eine Challenge darstellen.

 

Egal ob blind oder nicht –  wir alle brauchen ein ruhiges Plätzchen an dem wir uns abends wohlfühlen und unseren Träumen freien Lauf lassen können.