Leben ohne Wecker – wie das geht und warum du das auch machen solltest

  • Autor: Denise Steiner
  • Kategorien: Allgemeines
  • veröffentlicht: 30/11/2017

Von den meisten Menschen ist es mitunter der erste und gleichzeitig auch unbeliebteste Ton am Morgen: Der Wecker. Er reißt oft unsanft aus dem Schlaf, unterbricht aufregende Träume und gibt uns zuweilen das Gefühl, am Ende der Nacht eigentlich gar nicht geschlafen zu haben. Eigentlich Grund genug, dieser grausamen Erfindung den Gar auszumachen – aber geht das so einfach und wie funktioniert ein Leben ohne Wecker im Endeffekt dann wirklich?

Lasst mich eine Sache vorwegnehmen: Ein Leben ohne Wecker ist großartig, insofern man nicht versucht von heute auf morgen ein Morgenmensch zu werden, wenn man bisher nur mit Müh und Not zu einstelligen Uhrzeiten aus dem Bett gekommen ist. Ich lebe seit geraumer Zeit ohne Wecker, stehe jeden Tag zu derselben Zeit auf und habe generell entdeckt, dass ich dadurch auch zu einem (besseren) Morgenmensch geworden bin (und ich liebe es). Ausnahmen bestätigen die Regel: Ab und an stelle ich mir noch einen Wecker, zum Beispiel dann, wenn der Flieger um 6 Uhr morgens geht oder etwas so Wichtiges ansteht, dass ich es auf keinen Fall verpassen darf (selbst, wenn ich sowieso vorher wach bin – man weiß nie).

Wann wir genau morgens aufstehen und das gemütliche Bett verlassen ist in Wahrheit Gewohnheit. Jemand, der sein Leben lang tagtäglich um 6 Uhr früh die Augen aufschlägt, trimmt irgendwann auch seine innere Uhr darauf – wir alle kennen die Momente, in denen man just bevor der Wecker losklingelt die Augen öffnet und mit einem Schlag hellwach ist. Und das wäre eigentlich auch der Moment aufzustehen. Nicht noch einmal die Augen für 5 Minuten schließen und die letzten Sekunden in der Wärme des Nachtlagers zu verbringen: Aufstehen. Sofort und ohne zu zögern.

Um ein Leben ohne Wecker zu starten, muss man also in erster Linie feststellen, wie die innere Uhr aktuell aufgestellt ist. Wann wache ich von selbst auf, bestenfalls ausgeschlafen und zufrieden? Meine schreit derzeit um ca. 08:00 Uhr auf – egal ob Wochenende oder nicht, selbst wenn ich erst spät in den Federn gelandet bin. Einfacher herauszufinden ist das natürlich, wenn man halbwegs flexible Arbeitszeiten hat oder generell selbstständig ist. Ich konnte anfangs alle Termine so legen, dass selbst wenn ich einmal länger als 08:00 Uhr schlafe, nichts verpassen würde. Ansonsten sollte man versuchen, sich seine Schlafgewohnheiten am Wochenende (nicht nach einer durchzechten Nacht) anzusehen. Sollte die Uhrzeit dennoch zu spät sein, um in einen Arbeitstag zu starten, lässt sich auch daran arbeiten: Wir haben bereits über Gewohnheit gesprochen, also beginnt damit diese zu verändern. Und damit meine ich nicht nur Montag bis Freitag, wenn man pünktlich am Schreibtisch sitzen muss. Man muss auch am Wochenende dieselbe Zeit durchziehen – bis sich der Körper irgendwann von selbst daran gewöhnt. Und dann heißt es: Wecker abschalten, Termine zur Sicherheit einmal später ansetzen und auf die innere Uhr vertrauen. Ihr werdet ausgeglichener, fitter und vor allem ausgeschlafener sein, das verspreche ich euch.

Und solltet ihr euch gerade im Puncto Vertrauen etwas schwertun, könnt ihr zur Not anfangs immer noch einen Notfallwecker stellen (aber um einiges später, als ihr eigentlich wach sein wollt). Ihr werdet sehen, dass ihr ihn aber nicht brauchen werdet. Zumindest so gut wie nie.